Eigenleistung vs. Handwerker: Was lohnt sich wirklich?
Wer renoviert, steht früher oder später vor dieser Frage: Was kann ich selbst machen — und wo sollte ich lieber einen Profi holen? Die Antwort hängt nicht nur von handwerklichem Geschick ab, sondern auch von Haftungsrisiken, Qualitätsanforderungen und echten Kosten-Einsparungen. Dieser Artikel gibt dir eine ehrliche Einschätzung.
Was du problemlos selbst machen kannst
Folgende Arbeiten sind für geübte Heimwerker gut geeignet — und bieten das beste Verhältnis aus Ersparnis und Risiko:
| Arbeit | Schwierigkeit | Einsparung |
|---|---|---|
| Wände streichen / tapezieren | Gering | 300–800 € je Raum |
| Laminat / Vinyl verlegen | Gering | 400–900 € je Zimmer |
| Silikon erneuern (Bad/Küche) | Gering | 80–200 € |
| Türen und Zargen streichen | Gering | 150–400 € |
| Fliesen verlegen (Wand) | Mittel | 500–1.500 € |
| Trockenbau / Rigips-Wände | Mittel | 600–1.200 € |
| Bodenisolierung auslegen | Gering | 200–500 € |
| Dachboden dämmen (Einblasdämmung) | Mittel | 800–2.000 € |
Was du nur mit Fachmann angehen solltest
Manche Arbeiten klingen verlockend einfach — sind aber aus rechtlichen, technischen oder sicherheitstechnischen Gründen Handwerkerpflicht:
| Arbeit | Warum Handwerker? | Typische Kosten |
|---|---|---|
| Elektroinstallation (Neuverkabelung) | Gesetzliche Zulassungspflicht | 50–100 €/h |
| Gasanschluss und -leitungen | Konzessionspflicht, Explosionsrisiko | 80–120 €/h |
| Heizungsanschluss / Heizkörper | Zulassungspflicht, Druckprüfung | 60–100 €/h |
| Abwasser / Rohbau Sanitär | Anschlusspflicht durch Versorger | 55–90 €/h |
| Tragende Wände öffnen | Statik, Baugenehmigung | ab 1.500 € |
| Dacheindeckung | Absturzgefahr, Gewährleistung | 40–80 €/m² |
| Abdichtung im Nassbereich (DIN 18534) | Gewährleistung, Folgeschäden | 20–40 €/m² |
Die Mischkalkulation: Hybrides Vorgehen spart am meisten
Der klügste Ansatz ist ein hybrides Vorgehen: Den Handwerker für die Pflichtleistungen beauftragen, Vor- und Nacharbeiten selbst übernehmen. Konkret bedeutet das:
- Abriss- und Rückbauarbeiten selbst erledigen (z. B. Fliesen stemmen, Teppich rausreißen)
- Aufräumen und Entsorgung selbst organisieren
- Malerarbeiten nach dem Handwerker selbst übernehmen
- Bodenbeläge nach der Elektro-/Sanitärinstallation selbst verlegen
Bei einer Badsanierung kann dieses Vorgehen leicht 2.000–5.000 € sparen — ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit.
Selbst gemacht: Was die Versicherung sagt
Ein oft vergessener Aspekt: Eigenleistungen können den Versicherungsschutz beeinflussen. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt keine Schäden, die durch nicht fachgerechte Eigenleistungen entstanden sind. Bei Mietwohnungen gilt außerdem: Änderungen an der Bausubstanz müssen vom Vermieter genehmigt werden.
Wann Eigenleistung teurer wird als der Profi
Eigenleistung ist nicht immer billiger. Diese Fallen solltest du kennen:
- Werkzeugmiete: Für Fliesen brauchst du Fliesensäge, Fugenschneider, Rührwerk — das summiert sich auf 100–300 € Mietkosten
- Zeitaufwand: Was der Profi in 4 Stunden schafft, dauert beim Laien oft 2–3 Tage
- Materialverschnitt: Unerfahrene verschwenden 15–25 % Material statt 5–10 %
- Nachbesserungskosten: Schief verlegte Fliesen oder undichte Fugen kosten doppelt — einmal dein Aufwand, einmal der Handwerker
Schritt-für-Schritt: Die richtige Entscheidung treffen
- Zulassungspflicht prüfen: Darf ich das überhaupt selbst machen? (Elektro, Gas: Nein)
- Fehlerfolgen abschätzen: Was passiert im schlimmsten Fall? (Wasserschaden vs. schiefer Pinselstrich)
- Zeitbudget realistisch planen: Habe ich wirklich 2 Wochenenden Zeit?
- Werkzeugkosten einrechnen: Brauche ich Spezialwerkzeug, das sich nur für diesen Job rechnet?
- Qualitätsanspruch definieren: Ist das Ergebnis sichtbar oder versteckt?
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