Dachboden ausbauen: Kosten, Planung & Genehmigung

Aktualisiert am 19. April 2026 · 10 Min. Lesezeit · Von Conpa Redaktion

Ein ungenutzter Dachboden ist verstecktes Wohnraumpotenzial. Der Ausbau zu Wohnraum oder einem funktionalen Lagerbereich kann den Wohnwert erheblich steigern — doch er ist auch eines der komplexesten Renovierungsprojekte. Dieser Leitfaden gibt dir realistische Zahlen und zeigt, worauf du achten musst.

⚠️ Baugenehmigung prüfen: In den meisten Bundesländern ist ein Dachausbau zur Wohnnutzung genehmigungspflichtig. Wer ohne Genehmigung ausbaut, riskiert Bußgelder und muss im schlimmsten Fall zurückbauen. Zuerst: Bauamt kontaktieren.

Wann ist ein Dachausbau möglich?

Nicht jeder Dachboden lässt sich wirtschaftlich ausbauen. Die wichtigsten Voraussetzungen:

Gesamtkosten Dachausbau: Übersicht

AusbaustufeBeschreibungKosten je m² NF
Einfacher AusbauDämmung + Trockenbau + Boden800–1.400 €
Mittlerer Ausbau+ Dachfenster + Heizung + Elektro1.400–2.200 €
Hochwertiger Ausbau+ Bad + Küche + hochwertige Materialien2.200–3.500 €
Dachgaube nachrüstenPro Gaube (ca. 3 m breit)12.000–25.000 €

Für ein typisches Dachgeschoss von 60–80 m² liegt der Ausbaupreis damit zwischen 50.000 und 180.000 € je nach Ausstattungsniveau und Ausgangssituation.

Die wichtigsten Kostenpositionen im Detail

Dachdämmung: Pflicht und größter Hebel

Ohne ausreichende Dämmung wird der Dachraum im Sommer unerträglich heiß und im Winter unbeheizbar. Die GEG (Gebäudeenergiegesetz) schreibt beim Ausbau einen U-Wert von 0,20 W/m²K vor:

DämmvarianteKosten (Material + Einbau)Wärmeschutz
Zwischensparrendämmung30–60 €/m²Gut (reicht oft nicht allein)
Untersparrendämmung20–40 €/m²Als Ergänzung
Aufsparrendämmung (bei Neudachdeckung)80–150 €/m²Sehr gut
Kombination Zwischen + Untersparren50–90 €/m²Empfehlenswert

Dachfenster: Licht und Pflicht

Für Wohnnutzung benötigst du Tageslichtflächen von mind. 1/8 der Bodenfläche. Dachflächenfenster (Velux, Fakro) kosten je nach Größe 600–2.000 € inkl. Einbau pro Stück.

Trockenbau und Boden

Schräge Wände und Decken werden mit Ständerwerk und Gipskarton verkleidet: 35–60 €/m² Wandfläche. Trockenestrich oder Dielenboden: 40–80 €/m² (inkl. Aufbau und Dämmung).

Haustechnik

Heizung, Elektro und ggf. Sanitärinstallation machen oft 30–40 % der Gesamtkosten aus:

Genehmigungsverfahren: Was du wissen musst

  1. Bauamt kontaktieren: Genehmigungspflicht und Bebauungsplan prüfen
  2. Statiker beauftragen: Tragwerksberechnung für Dachstuhl und Decke (500–2.000 €)
  3. Energieberater: Bei energetischer Sanierung und KfW-Förderung nötig (300–800 €)
  4. Baugenehmigung beantragen: Gebühren je nach Bundesland und Größe 300–1.500 €
  5. Baubegleitung: Bei Finanzierung über KfW oft Pflicht (500–1.500 €)
💡 KfW-Förderung: Der Dachausbau mit gleichzeitiger energetischer Sanierung kann über KfW-Programm 261 (Bundesförderung Effiziente Gebäude) mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen von bis zu 45.000 € gefördert werden.

Was du selbst tun kannst

Beim Dachausbau ist Eigenleistung teilweise möglich, aber begrenzt:

Bei Eigenleistung beim Trockenbau und Verlegen kannst du realistisch 4.000–10.000 € sparen.

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